Zigarren lagern - mit oder ohne Cellophan?

Je nachdem woher eine Zigarre kommt, ist sie oft in ein Cellophan gehüllt. Das war allerdings nicht immer so. Während mittlerweile die meisten Zigarren weltweit in dieser Verpackung geliefert werden, bleibt das Thema Cellophan bei Aficionados sehr umstritten. Ist diese Hülle ein notwendiger Schutz für die Lagerung im Humidor oder steht diese der perfekten Reifung und dem vollen Genuss im Weg?
Was ist Cellophan und warum wird es verwendet?
Das Cellophan ist eine dünne, durchsichtige Hülle, in die viele Zigarren verpackt sind. Hauptsächlich dient das Cellophan, die Zigarren während des Transports zu schützen und Feuchtigkeitsschwankungen abzufangen. Besonders bei nicht-kubanischen Zigarren ist Cellophan heute Standard.

Woraus wird Cellophan hergestellt?
Cellophan wird aus Zellulose hergestellt – einem natürlichen Rohstoff aus Holz oder Baumwolle. Dabei wird die Zellulose aufgelöst, zu feinen Folien verarbeitet und meist mit Glycerin beschichtet, damit das Material flexibel bleibt. Cellophan ist biologisch abbaubar und kompostierbar: Auf dem heimischen Kompost zersetzt es sich in rund 1–2 Jahren.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Kunststofffolien, die oft fälschlich als „Cello“ bezeichnet werden, aber nicht kompostierbar sind.
Warum Cellophan?
Cellophan schützt Zigarren zuverlässig. Es verhindert Druckstellen oder gar Risse im Deckblatt. Solche Schäden können sowohl beim Transport, wie auch im Verkauf leicht entstehen. Die Schutzschicht wirkt ausserdem als Feuchtigkeitsbarriere und schützt die Zigarre vor starken Feuchtigkeitsschwankungen oder auch Fremdgerüchen.
Zellophan oder Cellophan
Bevor wir mit der Diskussion weiterfahren, ob Cellophan gut für Lagerung ist oder nicht, müssen wir zuerst festlegen, ob Zellophan oder Cellophan geschrieben wird. Obwohl beide Varianten historisch belegt sind, stammt der Begriff ursprünglich aus dem Französischen (“cellophane”). Diese Ableitung verdeutlicht, dass das Wort den Ursprung im lateinischen “cella” hat. Daher sollte es konsequent mit “C” geschrieben werden. Dieselbe Diskussion führen wir übrigens auch oft in Bezug auf Cigarillos.
Lagerung mit Cellophan
Zigarren in Kisten:
Bei ganzen Kisten ist die Lagerung im Cellophan nicht sinnvoll. Für die bestmögliche Reifung sollten die Zigarren ihre ätherischen Öle untereinander austauschen und leicht miteinander verschmelzen können. So sollten sich die Aromen gleichmässig weiterentwickeln und verfeinern. Die Kiste selbst schützt die Zigarren ausreichend vor Austrocknung, Temperaturschwankungen und mechanischen Einflüssen.
Ein zusätzliches Cellophan würde diesen natürlichen Austausch behindern und den Reifeprozess stören. Besonders bei einer Lagerung über mehrere Jahre ist es wichtig, dass die Zigarren in der Kiste direkten Kontakt zueinander haben, damit sich die Aromen harmonisch verbinden und ein ausgewogenes Geschmacksprofil entsteht.

Einzelne Zigarren:
Einzelne Zigarren sollten im Cellophan gelagert werden. Physischer Schutz ist dabei ein wichtiger Vorteil: Selbst beim vorsichtigen Verschieben eines Tischhumidors kommt es häufig zu ungewollten Bewegungen im Inneren. Das feine und fragile Deckblatt kann in diesen Fällen sehr schnell Schaden nehmen und den Rauchgenuss später stark beeinflussen.
Auch beim Herausnehmen einzelner Zigarren kann es schnell dazu kommen, dass diese aneinanderstossen oder an den Wänden reiben. Das Cellophan wirkt wie ein Schutzpolster, bewahrt das Deckblatt vor Rissen und sorgt dafür, dass die Zigarre intakt bleibt.
Allerdings ist der wichtigste Grund für das Verwenden von Cellophan, der geschmackliche Schutz. Das Cellophan verhindert, dass die ätherischen Öle der Zigarren unkontrolliert miteinander ausgetauscht werden und miteinander verschmelzen. Ohne Schutz könnten Aromen sich vermischen und jede Zigarre würde einen Teil ihrer individuellen Charakteristik verlieren.
Nur mit dem Cellophan bleibt das volle, unverfälschte Aroma erhalten, und jede Zigarre kann sich optimal entfalten. Besonders bei einer Lagerung, in einem Humidor mit anderen unterschiedlichen Zigarren, von mehr als einem Jahr, ist das Cellophan entscheidend: Nur so können die einzelnen Zigarren ihre Aromen über längere Zeit stabil halten und eine kontrollierte, gleichmässige Reifung durchgehen.


Wie funktioniert Reifung mit Cellophan?
Zigarren reifen auch im Cellophan weiter, weil der Tabak bei geeigneter Luftfeuchtigkeit langsam fermentiert. Dabei entwickeln sich die ätherischen Öle innerhalb der Zigarre, die Aromen werden komplexer und harmonischer.
Besonders in einem Humidor mit verschiedenen Zigarren ist Cellophan entscheidend: Es fördert die Reifung jeder einzelnen Zigarre und verhindert, dass sich die Aromen zwischen den Zigarren vermischen und ein geschmacklicher Einheitsbrei entsteht.
Wann sollte man Zigarren ohne Cellophan in Cellophan legen?
Cellophan ist mehr als nur eine Verpackung, die man entfernt. In vielen Fällen ist es sinnvoll, die Zigarren im Cellophan zu lassen. Es gibt bestimmte Situationen, in denen diese Schutzschicht besonders nützlich sein kann. Hier sind einige Szenarien, in denen Cellophan zum Einsatz kommen sollte.
Schutz beim Transport
Wenn du Zigarren zum Beispiel in eine Zigarren-Lounge mitnimmst, bietet das Cellophan einen zuverlässigen Schutz. Es bewahrt die Zigarren vor Beschädigungen wie Risse im Deckblatt, die schnell mal vorkommen können. Zudem hilft Cellophan, die Luftfeuchtigkeit länger bei der Zigarre zu halten. Das ist besonders wichtig, wenn du deine Zigarren ausserhalb eines Zigarrenetui transportierst. Mithilfe des Cellophans bleiben deine Zigarren unterwegs in einwandfreiem Zustand.

Vermeidung von Aromavermischung
Wenn du verschiedene Zigarren in einem Humidor lagerst, kann das Cellophan verhindern, dass sich Aromen der unterschiedlichen Zigarren miteinander vermischen. Ohne Cellophan könnten sich die ätherischen Öle, die für den einzigartigen Geschmack jeder Zigarre verantwortlich sind, austauschen und den Geschmack verfälschen.
Das Ergebnis wäre ein unerwünschter Einheitsbrei, bei dem die individuellen Charaktere der Zigarren verloren gehen. Cellophan sorgt also dafür, dass jede Zigarre ihren eigenen Geschmack behält. Zudem fördert eine konzentrierte Luftumgebung in der Cellophanhülle das individuelle Reifen jeder Zigarre. Genau dieser Prozess kann die Aromenentwicklung über Jahre entscheidend unterstützen.
Praktische Tipps für die Verwendung von Cellophan
Damit Cellophan seine Schutzfunktion optimal erfüllt, sollte man einige Punkte beachten. Verwende immer echtes Cellophan oder hochwertige Cellophanhüllen, die speziell für Zigarren geeignet sind. Nur diese können die optimale Qualität gewährleisten. Achte zudem darauf, dass die Zigarren vor dem Einpacken bereits akklimatisiert sind, um Feuchtigkeitsschwankungen zu vermeiden.

Zigarrenreifen im Cellophan
Probier doch einmal Folgendes aus: Kauf dir sechs identische Zigarren, die im Cellophan verpackt sind. Entferne bei dreien das Cellophan und lagere alle sechs ganz normal im Humidor.
Alle sechs Monate rauchst du jeweils eine Zigarre, die mit und ohne Cellophan gelagert wurde. Nach rund eineinhalb Jahren wirst du feststellen, wie deutlich sich die Aromen unterschiedlich entwickelt haben – ein spannendes Geschmackserlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest.
FAQs: Zigarren im Cello lagern
Einzelne Zigarren sollten mit Cellophan in den Humidor gelegt werden. Das Cellophan schützt die Zigarren vor physischen Beschädigungen, bewahrt das Deckblatt und verhindert, dass die ätherischen Öle zwischen unterschiedlichen Zigarren unkontrolliert verschmelzen.
Ganze Kisten hingegen sollten besser ohne Cellophan gelagert werden: Hier ist der direkte Austausch der ätherischen Öle zwischen den Zigarren wichtig, damit sich das Aroma harmonisch entfalten kann.
Ja, Cellophan kann den Geschmack positiv beeinflussen, aber indirekt. Es schützt die Zigarren vor unkontrolliertem Austausch der ätherischen Öle zwischen verschiedenen Zigarren, wodurch jede Zigarre ihr individuelles Aroma bewahren kann. Insbesondere bei Einzelzigarren im Humidor verhindert das Cellophan, dass Aromen vermischen und ein geschmacklicher Einheitsbrei entsteht.
Ja, Zigarren können problemlos mit Cellophan im Humidor gelagert werden. Besonders bei einzelnen Zigarren schützt das Cellophan das Deckblatt, verhindert physische Beschädigungen und bewahrt die ätherischen Öle, sodass jede Zigarre ihr individuelles Aroma behält.
Bei ganzen Kisten ist Cellophan dagegen nicht nötig, da hier der direkte Austausch der ätherischen Öle zwischen den Zigarren die gleichmässige Reifung und ein harmonisches Geschmacksprofil fördert.
Einige Zigarren werden bewusst ohne Cellophan verkauft, weil dies die natürliche Reifung und den Aromaaustausch zwischen den Zigarren fördert. Traditionell, wie bei kubanischen Zigarren, wird auf Cellophan verzichtet – dort reifen die Zigarren schon seit Generationen in Kisten, wobei die ätherischen Öle harmonisch miteinander verschmelzen und ein komplexes, ausgewogenes Geschmacksprofil entsteht.





